Absolute Pflichtlektüre vor allem für Ärzte, Sozialarbeiter u.s.w | Schmerzenskinder | Waris Dirie
Bücher:
Schmerzenskinder
Waris Dirie
Ullstein Tb
, 2006 - 240 Seiten
Kundenbewertung:
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Kauftipp
Ein bewegendes Buch
Ich habe auch alle drei Bücher von Waris Dirie gelesen und ich finde alle bewegend.
In dem Buch
Schmerzenskinder
sind viele Daten und Fakten über FGM, aber wie können solche schockierenden Tatsachen nicht ergreifend sein? Ich kann nur für mich sprechen, aber ich finde es ergreifender wenn es sich um die Realität handelt, als um einen Roman.
Außerdem sind neben den zahlreichen Fakten auch viele Frauenschicksale angeführt, bei denen mir die Augen nicht trocken blieben.
Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen.
Absolute Pflichtlektüre vor allem für Ärzte, Sozialarbeiter u.s.w
Da ich die beiden ersten Bücher von Waris Dirie bereits gelesen hatte wollte ich auch unbedingt dieses lesen. Es liest sich recht zügig durch und man kann es erst weglegen, wenn man fertig ist. Wie schon bei "Wüstenblume" und "Nomadentochter" war ich wieder mal ziemlich geschockt und innerlich total aufgewühlt.
In diesem Buch geht es um die Ausbreitung von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) in Europa und wenn man glaubt, es gäbe solche Praktiken hier nicht, wird man eines Besseren belehrt. Es gibt sie und zwar in ungeahntem (geschätzem) Ausmaß von 500.000 betroffenen oder gefährdeten Frauen und Mädchen. Dirie beschreibt ihre Reise zu diversen Terminen bei Ärzten oder Organisationen gegen FGM in ganz Europa. Ebenso wird die rechtliche Situation in den einzelnen Staaten und wie dann mit den Gesetzen umgegangen wird beschrieben. Beispielsweise wurden bisher nur in Frankreich überhaupt Prozesse geführt und Täter verurteilt.
Dagegen gibt es wie Dirie mit Hilfe von verdeckten Anfragen und Helferinnen herausfindet in Deutschland sogar Ärzte, die Verstümmelungen durchführen oder nach Geburten die Frauen einfach wieder zunähen und so die Verstümmelung ein weiteres Mal durchführen. Man kommt jedoch nur bis zu einem gewissen Punkt der Nachforschungen und dann beginnt die Mauer des Schweigens. Gegen die Praxis, dass Kinder während der Ferien in ihren Heimatländern verstümmelt werden, gibt es bis auf Frankreich nirgends eine rechtliche Handhabe bzw. wird nicht dagegen vorgegangen. In vielen größeren europäischen Städten gibt es konkrete Hinweise, dass auch dort Verstümmelungen durchgeführt werden.
Dirie besucht auch verschiedene Ärzte und lässt sich erklären, welche Art von Rückoperationen durchgeführt werden können. Außerdem schreibt sie über Schicksale von Frauen, die sie durch ihre Kampagne über diverse Gelegenheiten (z.B. Internetforum) kennengelernt hat und wie diese damit umgehen.
Ein wichtiges Anliegen für die Hilfe von Betroffenen ist der Umgang der hiesigen Ärzte mit den Opfern (teils Zurschaustellen und Hinzurufen weiterer Personen, teils verletztende Bemerkungen, teils Unwissenheit "das zahlt die Kasse nicht"). Dadurch würde oftmals Hilfe zu spät oder gar nicht in Anspruch genommen, was durch verpflichtende Information im Studium von Ärzten und anderen Berufsgruppen, die mit Opfern zu tun haben vermieden werden soll.
Dirie stellt am Ende einen umfangreichen Maßnahmenkatalog auf, was noch zu tun ist, um das Problem weiter zu bekämpfen.
Bevor man dieses Buch liest sollte man auf jeden Fall das Buch "Wüstenblume" gelesen haben. Hinterher hat man das Gefühl, dass man auch selbst etwas tun muss, bei diesem Buch noch mehr als bei den anderen, weil das Problem jetzt nicht mehr so weit weg scheint.
Ich habe auch versucht daraufhin weitere Informationen im Internet zu finden, weil ich mehr wissen wollte.
Dirie hat bei manchen Dingen einen eigenen Standpunkt, den nicht alle Opfer auch so teilen, beispielsweise finden es manche Frauen schlimm als verstümmelt dargestellt zu werden, für sie ist es nach wie vor eine Beschneidung. Dirie selbst empfindet es jedoch so und hat mit dem Begriff kein Problem.
Dann gibt es Organisationen (soweit ich weiß auch UNICEF???)die in Projekten den Beschneiderinnen in Afrika alternative Arbeiten anbieten, um von ihren grausamen Verbrechen zu lassen. Dirie empfindet dies als ungerecht, da sie das als "Belohnung" für die grausamen Verbrechen empfindet und andere eher eine Arbeit verdient hätten.
Das Buch ist eben auch ein sehr persönliches Buch von Waris Dirie, auch wenn es hauptsächlich um FGM in Europa geht. Sehr emotional wird es bei dem Arzt in Frankreich, der Rückoperationen durchführt und Waris Dirie einen Flash Back erleidet.
Weil ich ebenso wie Dirie der Meinung bin, dass die Information so wichtig ist, halte ich dieses Buch zusammen mit "Wüstenblume" für eine Pflichtlektüre vor allem auch für Ärzte, Hebammen, Sozialarbeiter u.s.w.
Vom Schreibstil her und weil einige Aussagen sich öfters gebetsmühlenartig wiederholen würde ich zwar einen Stern abziehen, aber wegen der Wichtigkeit dieses Themas tue ich dies nicht.
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Schockierend und wichtig!!!
Der grausame Brauch der Beschneidung von Frauen kann nicht genug angeprangert und in die Öffentlichkeit gebracht werden. Waris Dirie, selber Opfer, musste sich sichtlich sehr überwinden, um gegen die eigene Erinnerung und den Schmerz anzuschreiben. Ich möchte Rezensionen wiedersprechen, die das Buch als zu "emotional" bezeichnen. Frau Dirie kann aus ihrer eigenen Geschichte heraus kaum anders als emotional reagieren - und sie bringt dennoch eine beachtliche Menge an Fakten und Rechercheergebnissen in dem Buch unter. Die hohe Zahl von Betroffenen in Europa war mir bislang unbekannt und ich denke, daß viele der Fakten auch für Ärzte sehr wichtig sind.
Schmerzenskinder
ist absolut empfehlenswert und sollte vor allem auch von vielen Männern gelesen werden. Die Beschneidung, die nichts anderes ist als die vollkommene, brutale Zerstörung der weiblichen Sexualität muss endlich abgeschafft werden - in Europa auch mit Hilfe juristischer Mittel.
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Informativ
Das dritte Buch von Waris Dirie befasst sich mit ihren Recherchen und Bemühungen die rituellen Beschneidungen bei Frauen und Mädchen in Europa aufzudecken und die Öffentlichkeit aufzurütteln um dies in Zukunft einzudämmen. Es ist bedrückend zu erfahren das im fortschrittlichen und "zivilisierten" Europa unserer Tage solche Verstümmelungen praktisch unter unserer allen Augen stattfinden. es ist sehr traurig zu lesen dass, außer Frankreich, kein einziges Europäisches Land ein Gesetz hat und dieses auch einsetzt, dass die Beschneidung von Frauen untersagt und hart bestraft. Das Buch rüttelt auf und weckt Verantwortungsbewusstsein. Es gefällt mir sehr gut dass die sorgfältig recherchierten Fakten und Zahlen nicht lieblos und trocken wie in einem Bericht aufgeführt werden, sondern dass Waris Dirie sehr gefühlvoll damit umgeht und alles unter dem Aspekt der Menschlichkeit darstellt. Es ist meiner Meinung nach ein gut geschriebenes, wichtiges Buch dass alle lesen sollten. Es kann nicht sein dass diese barbarischen Sitten weiterhin ungestraft und gegen den Willen der Frauen und Mädchen durchgeführt werden. Bitte lest das Buch und versucht zu helfen wenn ihr könnt. Weitersagen hilft auch schon.
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Rezensionen
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