Buch: Klassiker des ökonomischen Denkens: Von Platon bis John Maynard Keynes | Joachim Starbatty
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Klassiker des ökonomischen Denkens: Von Platon bis John Maynard Keynes
Joachim Starbatty
NIKOL VERLAGSGES.
, 2008 - 736 Seiten
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Großes Lob
An dem Buch ist alles zu loben: der Einband; der Umfang; der Preis; der Anhang (Bibliographien, Anmerkungen, Sach- und Personenregister, Autoren); der Inhalt (sowieso); die Bilder; die richtige (d.h. un"reformierte" = undeformierte) Rechtschreibung.
Weil man es auf dem Titel nicht erkennen kann : Von Fachleuten vorgestellt werden (jeweils mit Portrait):
Platon
, Aristoteles, v.Aquin, Morus, Colbert, Quesnay, Smith, Malthus, Say, Ricardo, v.Thünen, List, Cournot, Mill, Marx, Ruskin, Walras, Jevons, v.Schmoller, Menger, Marshall, Pareto, v.Böhm-Bawerk, Wicksell, Fisher, Pigou, Schumpeter,
Keynes
, Eucken.
A l l e hier Vorgestellten verwendeten ihren Scharfsinn darauf, Lösungen für die jeweiligen
ökonomischen
Probleme zu finden und die Wohlfahrt des (eigenen) Staates (die meisten auch die Wohlfahrt des Volkes) zu fördern. Heutzutage verwenden einige maßgebliche Leute ihren Scharfsinn darauf auszubaldowern, wie sie sich mit unproduktiver "Arbeit" 25 Prozent Kapitalrendite ergaunern können.
Von ähnlichem Kaliber (nur intelligenter) war aber auch Colbert, der die konkurrierende holländische Flotte durch afrikanische Piraten dezimieren lassen wollte und auf franz. Schiffen Rudersklaven verheizte.
Von den hier versammelten "
Klassiker
n" erfährt man Hinreichendes über ihren Werdegang, Wichtiges aus ihren einschlägigen Schriften (auch Briefen); ihre Erkenntnisse, Analysen und Verdienste, aber auch ihre Irrtümer werden beschrieben. Z.B.: Marx nahm an, daß der technische Fortschritt zu einer Verlängerung der täglichen Arbeitszeit führen würde. Irving Fisher glaubte uneingeschränkt an die New
Economic Era und verlor 1929 10 Mio. Zeitgenössische und nachgeborene Kritiker kommen zu Wort.
Sogar Persönliches/Nebensächliches wird eingestreut (Keynes hatte überlange Beine; war homosexuell , aber mit einer Tänzerin verheiratet).
Dem verpönten Marx widerfährt Gerechtigkeit. Er wird als das geschildert, was er war: ein genialer Wissenschaftler! (Z.B. hat er 100 Jahre vor Lohman und Ruchti den sogenannten Lohman-Ruchti-Effekt beschrieben.)
Noch ein paar "Splitter" :
Platon (der Breite): Weder Armut noch Reichtum soll es in der Gemeinschaft geben. Niemand soll mehr als das Vierfache eines anderen besitzen.
Th. v. Aquin (Spitzname: stummer Ochse): Dem Wirtschaften obliegt nicht die Aufgabe, Reichtümer zu vermehren, sondern dafür zu sorgen, daß a l l e das zum Leben Notwendige und Angemessene erhalten.
Ruskin (Zeitgenosse von Marx) forderte: feste Lohnsätze ... Alterssicherung ... staatliche Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ... Zins- und Preiskontolle ...
Nationalisierung (und n i c h t Privatisierung) aller Eisenbahnen ...
Keynes: Versailler Vertag? ... bedeutet Krieg in spätestens 20 Jahren!
Alle Texte -außer Monissen über Irving Fisher- sind in klarer, gut lesbarer Sprache geschrieben und ohne Vorkenntnisse verständlich.
In einer etwaigen Neuauflage bekommt vielleicht auch Bernd Senf einen Platz unter den "Klassikern". In unübertrefflicher Deutlichkeit beschreibt er die "Muß"-Bruchstelle des herrschenden Finanz- und Zinssystems, die "todsicher" den nächsten Kollaps (hoffentlich nichts Schlimmeres) auslösen wird.
Der Nebel um das Geld: Zinsproblematik - Währungssysteme - Wirtschaftskrisen. Ein Aufklärungsbuch
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LV
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