Hexenverfolgung und der Aufstieg Europas | Söhne und Weltmacht: Terror im Aufstieg und Fall der Nationen ...
Bücher:
Söhne und Weltmacht: Terror im Aufstieg und Fall der Nationen
Gunnar Heinsohn
Piper
, 2008 - 188 Seiten
Kundenbewertung:
(18 Bewertungen)
großes Bild anzeigen
weitere Infos, Preis & Bestellmöglichkeit
Kauftipp
Frustrierte Söhne schaffen Weltreiche
Nicht divergierende Kulturen und Ideologien sind die ausschlaggebenden Motivatoren für gewalttätige Konflikte zwischen Staaten und Ethnien, sondern der männlich dominierte Überhang geburtenstarker Jahrgänge in der Altersklasse zwischen 15 und 35 - auch "Youth Bulge" genannt-, der keine
Aufstieg
smöglichkeiten sieht zu höheren Positionen zu gelangen. Die aus dieser Frustration entstehenden Spannungen entladen sich ab einem gewissen demographischen Schwellenpunkt in Kriege und
Terror
ismus. Das ist im Kern die These, die der Zivilisationsforscher Gunnar Heinsohn in "
Söhne
und
Weltmacht
. Terror im Aufstieg und
Fall
der
Nationen
" vorstellt.
Unterfüttert mit zahlreichen Statistiken untersucht Heinsohn seine These an mehreren historischen Fallbeispielen, um sie im Laufe seiner Abhandlung auf die gegenwärtige globale Situation zu transferieren. So erklärt Heinsohn die imperiale Expansion Spaniens am Beginn der Neuzeit mit dem von 1475 bis 1485 angelegten Überschuss überzähliger Söhne, denen ihre Heimat kein Auskommen bieten konnte. Aus ihnen gingen ehrgeizige Konquistadoren wie Pizarro und Cortez hervor, die rücksichtslos für Spanien den lateinamerikanischen Kontinent unterwarfen. Spanien stand dabei mit seinem juvenilen demographischen Wachstum in einem europäischen Trend, der dem Kontinent bis ins 20. Jahrhundert hinein die global dominierende Stellung verschaffen sollte.
Damit wirft Heinsohn ein neues Licht auf die Kriege der Bush-Administration gegen Afghanistan und den Irak. Sie sind nicht allein als eine Neuauflage des "Great Game" um den Zugang zu essentiellen Rohstoffen geschuldet ("Krieg für Öl"), sondern auch und vor allem als präventive Maßnahme gegen den "Youth Bulge" dieser muslimischen Länder, bevor er seine - möglicherweise mit Massenvernichtungswaffen verstärkte - Schlagkraft gegen die USA wenden kann.
Demgegenüber steht heute ein demographisch schrumpfendes und überaltertes Europa gegenüber, dessen erfolgreich zu Friedfertigkeit erzogener Nachwuchs den überzähligen Söhnen aus den Konfliktregionen der Dritten Welt kaum etwas entgegenzusetzen hat. Europas Elite hat die Bedeutung des "Youth Bulge" immer noch nicht begriffen, während die Amerikaner seit den 1990er Jahren ihre Militär- und Sicherheitspolitik daran ausgerichtet haben.
Bessere Nahrungsmittelversorgung und steigende Entwicklungshilfeausgaben für die Dritten Welt wird die Gefahr für den Westen keineswegs mindern. Denn nicht der Hunger treibt ihre ruhelosen, aber doch gut genährten Massen an, sondern ihr Aufstiegswille, für den sich kein entsprechendes Ventil findet. Aus Heinsohns Sicht stellt die religiöse Motivation der aus diesem Reservoir rekrutierten jungen Krieger und Terroristen dabei nur eine dieses eigentliche Kernproblem camouflierende Legitimation dar. Sie liefere nur "zusätzliches Öl für ein Feuer, dessen Ausgangsbrennstoff nicht von ihr stamme". Das ist aus Sicht des Rezensenten eine durchaus problematische Sichtweise und stellenweise bricht auch Heinsohns eigene Unsicherheit darüber hervor, ob dem kulturellen Faktor nicht doch eine besondere Bedeutung zukommt und differenzierter betrachtet werden muss.
Heinsohns Analyse des "Youth Bulge" und seiner daraus erwachsenden Gefahr für den Westen besticht durch seine von kühlen Kalkulationen bestimmte Rhetorik, die gelegentlich von verdeckter Ironie unterbrochen wird. Zwar sind einige seiner Annahmen von der Kritik inzwischen widerlegt - so wie die von der Entstehung des europäischen "Youth Bulgs" durch die kirchlichen Exzesse gegen die Geburtenkontrolle ("Hexenverfolgung"). Auch kommen bei der Lektüre Fragen auf, deren Beantwortung leider ausbleibt. So hätte man gerne etwas darüber erfahren, woher in den untersuchten Gesellschaften der Überschuss an Jungen herrührt.
Doch Heinsohn kommt der unschätzbare Verdienst zu, ein tragendes Element für das Verständnis demographisch bedingter Konflikte einem breiten Publikum des deutschsprachigen Raums überhaupt erst zugänglich gemacht zu haben. Es ist zu hoffen, dass "Söhne und Weltmacht" auch zu einem Umdenken in der deutschen Politik führt, die durch integrationsresistente Zuwanderer aus den Ländern des islamischen "Youth Bulge" vor gewaltigen Herausforderungen steht.
weitere Infos, Preis & Bestellmöglichkeit
Hexenverfolgung und der Aufstieg Europas
"
Söhne
und
Weltmacht
" ist eines jener seltenen Bücher, die mit ungewöhnlichen und für die meisten wohl auch neuen Ideen aufwarten, denen man zwar nicht intuitiv und unmittelbar folgen kann, die aber so fundiert dargelegt werden, dass man die Thesen doch weiter in Betracht ziehen möchte.
Dass eine Perspektive suchende junge Männer ein Konfliktpotenzial darstellen - das Hauptthema dieses Buches - ist direkt einleuchtend. Besonders interessant fand ich aber eine Nebenthese von Heinsohn: Die Hexenverbrennung, die hauptsächlich Hebammen getroffen hat, sei eine Reaktion auf den Bevölkerungsschwund nach der Pest. Punktuell belegt der Autor, dass vor der Pest etwa 3-4 Kinder je Frau geboren wurden, später 7-10. Er schlußfolgert, dass die Hebammen offenbar auch empfängnisverhütende Kräuter bereitet haben und deshalb als Hexen verfolgt wurden, weil man zunächst nach der Pest die Bevölkerung wieder steigern wollte. Später hätte sich das Thema dann verselbständigt. Ironie der Geschichte wäre, dass somit die Pest indirekt zum Bevölkerungsboom in Europa beigetragen und damit schließlich die Kolonialexpansion getragen hätte...
weitere Infos, Preis & Bestellmöglichkeit
Politisch unkorrekt aber absolut richtig
Der Autor beweist seine Thesen stichhaltig. Laut Angaben eines anderen Rezensenten sollen seine Thesen in "Der Zeit" ja widerlegt worden sein. Da diese "Zeitung" ihm jedoch keine Möglichkeit der Gegendarstellung bot, hat der Autor in der "Jungen Freiheit" die sogenannte "Widerlegung" seiner Thesen widerlegt, sowie in einer TV-Sendung bei Peter Sloterdijk. Die "Zeit" führte z.B. Botswana als Gegenbeispiel an. Dazu schreibt Heinsohn: "Dort führen die überzähligen Youth Bulge"- Männer in der Tat keinen Bürgerkrieg, aber sie sind auch zu über 30 Prozent durch Aids geschwächt, was der Autor Klingholz nicht bedacht hatte."
weitere Infos, Preis & Bestellmöglichkeit
Inhaltlich absolut lesenswert, einige Punkte geben aber Anlass zu Kritik
Ich denke, es herrscht wahrscheinlich allgemeiner Konsens, dass es von der Theorie her an "
Söhne
und
Weltmacht
" nichts zu meckern gibt. Es wird auf umfassende Weise die sog. "youth bulge"-Hypothese vorgestellt und historisch erläutert. Im Kern geht es dabei darum, dass der fundamentalste Grund von Imperialismus, Kriegen und Genoziden nicht in Weltanschauungen oder Armut liegt, sondern in einem Überschuss junger, nach Status strebender zweit- und spätgeborener Männer. Für diese gäbe es keine Möglichkeit, in "normalem" Rahmen in ihren jeweiligen Ländern Karriere zu machen. Aus dieser Frustration entstehe die Energie für Konflikte.
Weniger ansprechend ist für mich der Stil des Buches. Häufig hatte ich den Eindruck, es hier mit einer Doktorarbeit zu tun zu haben und nicht mit einem auch an den "allgemeinen Leser" gerichteten Werk. Diese Ausgabe hat ca. 190 Seiten, davon sind allein ca. 20 Seiten Literaturverzeichnis. Häufig wird vom Autor Quelle an Quelle und man kommt sich wie in einer schlechten Statistikvorlesung vor. Dies passt für mich auch zum Schreibstil. Es ist ein sehr wissenschaftliches Buch und dementsprechend auch nicht wirklich anregend geschrieben. Es wäre schön gewesen, wenn der Autor hier noch ein paar "Abrundungen" gemacht hätte. Auch wird häufig von Region zu Region und in der Zeit gesprungen, so dass mir teilweise der Text etwas fragmentarisch schien.
Auf der anderen Seite enthält das Buch für eine wissenschaftliche Arbeit für mich zu viel persönliche Überzeugung. Man merkt, dass der Autor doch ziemlich "Pro-USA-Politik" ist und das Eigentums-System für sehr positiv hält. Auch ist es mir sauer aufgestoßen, als er mehrfach erwähnt, dass die Jugend des Westens, die zu Frieden und Gewaltlosigkeit erzogen ist, keine Chance im Kampf gegen die Jugend der 3.Welt und der Islamstaaten hätte. Dies mag vielleicht schonungslos ehrlich sein, aber ich halte es für wenig hilfreich, deratige Bedrohungsbilder beiläufig zu suggerieren.
weitere Infos, Preis & Bestellmöglichkeit
Rezensionen
:
Seite 1
,
2
,
3
,
4
gut
oder
schlecht?
Was ist Ihre Meinung?
Schreiben Sie eine Rezension!
Empfehlungen
Aufklärende, mainstreamkrit. Bücher, die Sie lesen sollten
Der kommende Bürgerkrieg - hoffentlich noch aufzuhalten..
Sachbuch - Lesen zur Horizonterweiterung
Bücher zum deutschen Meinungsklima
So Allgemein gute Bücher
weltmacht
Der Vatikan: Geschichte einer Weltmacht im Zwielicht
Das verleugnete Imperium. Chancen und Risiken amerikanischer Macht
China: Die Geschichte der neuen Weltmacht Vom ersten Kaiser bis zur ...
China: Eine Weltmacht kehrt zurück
Die Google-Falle. Die unkontrollierte Weltmacht im Internet
aufstieg
World of Warcraft, Bd. 2: Der Aufstieg der Horde
Gestern Kollege - heute Vorgesetzter: So schaffen Sie den Rollentausch
Die letzten Paten. Aufstieg und Fall der Corleones
2012 - Die Große Veränderung
Mass Effect, Bd. 2: Der Aufstieg
nationen
Wohlstand und Armut der Nationen: Warum die einen reich und die ...
Protokoll von Kyoto
Wohlstand der Nationen
Söhne und Weltmacht: Terror im Aufstieg und Fall der Nationen
Handschlag mit dem Teufel: Die Mitschuld der Weltgemeinschaft am ...
Suche nach Büchern
söhne und weltmacht
,
aufstieg
,
fall
,
nationen
,
söhne
,
terror
,
weltmacht
Christian Schrempf-Ölmark
Unser Tipp
Sehr gutes anschauliches Buch!
/table>
zufällig ausgewählt
Buch:
Station am Horizont
Bitte aktivieren Sie JavaScript, damit diese Seite korrekt funktioniert!