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Der Wohlstand der Nationen: Eine Untersuchung seiner Natur und seiner Ursachen
Adam Smith

Deutscher Taschenbuch Verlag, 1999 - 944 Seiten

Kundenbewertung:(12 Bewertungen)
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Kapitalisten kritisierendes Plädoyer für Kapitalismus

In meiner Schulzeit (70er Jahre, Westdeutschland) wurden Karl-Marx und als bürgerlicher Gegenpart Friedrich-List besprochen. Adam Smith wurde nur gestreift. Ohne etwas von ihm gelesen zu haben wußten wir, dass er als oberkapitalistisches Monster für eigennütziges Verhalten und Freihandel, bei dem der Stärkere den Reibach macht, plädiert.

Es mag manchen verblüffen, dass Smith sich an vielen Stellen im Buch kritisch über Kaufleute und Manufaktur Besitzer äußert. Freilich stellt er nicht ihre wichtige Funktion in Frage. Da sie sich aufgrund ihrer viel geringeren Zahl leichter organisieren können als Arbeiter gelingt es ihnen oft den Arbeitsmarkt zu monopolisieren und Löhne zu drücken. Aus dem gleichen Grund schaffen sie es, Regierung und Parlament davon zu überzeugen, es diene dem Allgemeinwohl ihnen Subventionen oder sonstwie Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.

Adam Smiths Werk bekommt in Deutschland bei weitem nicht die Aufmerksamkeit, die es verdient. Seine Beispiele kommen aus dem 18 Jh. aber die dahinterstehenden Gedanken sind zeitlos. Merkantilistisches Gedankengut, gegen das Smith so vehement argumentiert, gibt es heute genauso wie damals. Gut dotierte Förderprogramme, gewaltige Behörden in Brüssel und Berlin, die sogenannte Industriepolitik machen den Wealth of Nations zu einem hochaktuellen Buch. Die Vorstellung, dass Staaten ebenso wie Unternehmen gegeneinander konkurrieren würden und der Exportüberschuß das Pendant zum Gewinn darstellt, ist heute so tief verwurzelt wie damals.

Mich fasziniert im Wealth of Nations die sachliche und vorsichtige Argumentation. Zudem ist die Sprache von Smith oft ein wenig ironisch und es schimmert trockener britischer Humor durch. Wer dies in vollem Umfang genießen will, sollte sich an das englische Original wagen. Aber auch die vorliegende Übersetzung ist ein schönes Buch.






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Ein wichtiger Meilenstein der Wirtschaftswissenschaften

Dieses berühmte Buch enthält ineinander verwoben sowohl historische als auch theoretische Betrachtungen der Volkswirtschaftslehre.

Im Bereich der Historie werden u. a. der Untergang des Römischen Reiches durch falsche Wirtschaftspolitik (vor allem Destabilisierung des Getreidemarktes), Herausbildung des Feudalismus, Gewährung von Stadtrechten als Maßnahme des Königs gegen den Adel, Gründung von Universitäten, Kolonien sowie das Verhältnis zwischen Stadt und Land dargestellt. Besonders die Beziehung zwischen Inflation, Preisen, Banken, Staat, Edelmetallen, Münzen und Papiergeld nimmt breiten Raum ein.

Im Bereich der Theorie möchte ich mich auf einige Aspekte beschränken, die mir aktuell wichtig erscheinen:

1. Arbeitsteilung: Eine Spezialisierung auf bestimmte begrenzte Tätigkeiten erhöht die Produktivität und kann die Erfindung neuer Maschinen antreiben. Durch beides wird der Wohlstand des Landes verbessert.
2. Preise: Smith bezieht sich häufig auf "natürliche Preise", die er anscheinend als eine Art von Gleichgewichtspreis ansieht. Er unterscheidet reale von Geldpreisen.
2.a) "Reale Preise" rechnet Smith in Arbeitsaufwand um, so wie man manchmal umrechnet, wie lange ein Arbeitnehmer heute oder vor 50 Jahren arbeiten musste, um sich einen Kühlschrank zu kaufen. Der Grund für diese Maßnahme liegt wohl darin, dass so der Einfluss von Inflation, schwankender Goldmenge und unbekannter Relation von Papiergeld zu Golddeckung ausgeschaltet werden sollte.
2.b) "Geldpreise" sind die Preise, die sich auf dem Markt aus Angebot und Nachfrage ergeben.
3. Wettbewerb: Die Preise sorgen durch Gewinn und Verlust innerhalb einer Branche dafür, dass sich die Anzahl der Anbieter erhöht oder verringert. Das weist auf den "Wettbewerb als Entdeckungsverfahren" (Hayek) hin.
4. Kartelle: Die Anbieter wollen ständig Kartelle (damals vor allem Zünfte) gründen, um die Gewinne über höhere Preise zu maximieren. Der Staat kann Kartelle nicht unterbinden, aber er muss es unterlassen, sie zu fördern (z. B. unsere "Handwerksordnung"). Das ist das, was man unter dem Abbau von Marktzutrittsbarrieren und einem "bestreitbaren Markt" versteht.
5. Protektionismus: Handelshemmnisse helfen nur den inländischen Anbietern; weil sie die Preise erhöhen, schaden sie der Mehrheit der Bevölkerung.
6. Ziel: Das Ziel der Produktion ist die Erfüllung der Kundenwünsche. Mises nannte das in "Human Action" das Prinzip der Verbrauchersouveränität.
7. Staat: Der Staat soll über Verteidigung und Justiz wachen; dazu ist es nützlich, wenn er von privater Seite nicht leistbare Infrastrukturmaßnahmen (vor allem Straßen und Kanäle zur Kostensenkung im Handel) unternimmt. Kostenloser Schulunterricht ist abzulehnen; beamtete Lehrer haben keine Leistungsanreize und das habe eben eine schlechtes Bildungswesen zur Folge.

Das beste, was der Staat tun kann, ist die Aufrechterhaltung eines "Systems der natürlichen Freiheit".

Mir hat das Buch gut gefallen; darin klingen schon einige Grundsätze der modernen Volkswirtschaftslehre (insbesondere der so genannten "österreichischen Schule") an. Leider hat die Diskussion der "realen Preise" über eine Vermittlung von Ricardo zur Arbeitswerttheorie von Marx geführt (alles, was über den Arbeitslohn hinaus geht, ist Ausbeutung). Das hat Smith nicht so gesehen. Für ihn waren Zinsen sinnvoll, weil sie u. a. entgangenen Gewinn, Zeitüberbrückung und Ausfallrisiko darstellen. Auch Unternehmen, Kapitalisten (Geldgeber) und einige Spekulanten hat er als nützlich angesehen.

Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich für historische Werke der Volkswirtschaftslehre interessiert. Jedem anderen rate ich, lieber eine Zusammenfassung zu lesen (z. B. die von P. J. O'Rourke).


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Wirtschaftsbibliothek

Ein Buch für jene, die ihr Allgemeinwissen erweitern bzw. auffrischen wollen. Erklärt in verständlicher Sprache und übersichtlicher Weise den Beginn bis zum Zusammenspiel der Handlungen und ihre Auswirkungen in der Wirtschaft.


Die Ökonomie-Bibel

Der Schotte Adam Smith (1723 - 1790) wird zurecht als Gründervater der klassischen Marktwirtschaft gesehen.
Sein 1776 veröffentlichtes Werk, an welchem er 12 Jahren arbeitete und aus seinen fünf einzelnen Büchern besteht, ist derzeit aktueller denn je.
Seine Theorien über Arbeitsteilung, Lohnunterschiede, die berühmte "unsichtbare Hand" und viele weitere Ideen sollten gerade in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise nur bei den Politikern ganz oben auf der Agenda stehen. Nein, auch die Arbeitgeber, Gewerkschaften und vorallem die Bankwirtschaft können sich hier mehr als nur eine Scheibe abschneiden.

Einziges Manko ist die etwas öde Aufmachung. Andere Auflagen seines Buches haben da schönere Titelbilder, die auch im Bücheregal etwas hermachen.


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Rezensionen: Seite 1, 2, 3



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