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Der geköpfte Hahn: Roman
Eginald Schlattner

Deutscher Taschenbuch Verlag, 2001 - 528 Seiten

Kundenbewertung:(13 Bewertungen)
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Ein Buch, das einen nicht mehr los läßt...

"Der geköpfte Hahn" ist ein beeindruckender Roman, der einen kleinen und fast schon vergessenen Teil europäischer Geschichte reflektiert.

Der rumäniendeutsche Autor Eginald Schlattner erinnert damit an Siebenbürgen, einen Landstrich inmitten des Karpatenbogens, in dem sich vor über 800 Jahren Deutsche angesiedelt haben.
Schauplatz des Romans ist das kleine Städtchen Fogarasch am Fuße der Karpaten, wo der Ich-Erzähler von seinen Kindheits- und Jugenderinnerungen berichtet, vom Heranwachsen inmitten der politischen Veränderungen gegen Ende des zweiten Weltkrieges. Die Romanhandlung ist eine Rahmengeschichte, die um einen einzigen Tag, den 23. August 1944, eingewoben wird. An diesem Tag findet nicht nur die Abschlussfeier einer Schulklasse statt, sondern auch der Sturz des Regimes Antonescu und die Kapitulation Rumäniens - und damit der Beginn vom Ende des Jahrhunderte langen mehr oder weniger einträchtigen Zusammenlebens der Siebenbürger Sachsen mit Rumänen, Ungarn, Juden und Zigeunern.

Schlattner ist ein hervorragender Erzähler, der mit fein-ironischer und detaillierter Erzählweise beeindruckt und bewirkt, dass die Romanhandlung einen nicht mehr losläßt. Obwohl nicht ganz einfach zu lesen, mag man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.



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Programmierter Niedergang einer deutschen Diaspora

Ich habe dieses Buch als "Nachbereitung" einer Rumänienreise (Siebenbürgen/Moldauklöster) gelesen und war von der ersten Zeile an fasziniert (bedauerlicherweise habe ich das Buch nicht vor der Reise gelesen; andererseits konnte ich so die Region sine ira et studio und unvoreingenommen "geniessen").
Die Eindrücke und damit verbundenen Gefühle, die man an Ort und Stelle (mit oder ohne Kommentar des Reiseleiters) empfindet, werden im Buch nicht nur bestätigt, sondern noch amplifiziert. Das Buch, obwohl als Roman deklariert, zeichnet ein sehr deskriptiv-realistisches, nostalgisches, manchmal melancholisches, aber auch ein humorvolles und oft ironisches Bild der sozialen Struktur einer Bevölkerung in einer Region, die heute zu 99% rumânisch ist, wo aber das "deutsche Element" (denn danach sucht man ja, wenn man eine solche Reise unternimmt...) noch überall sicht- und hörbar ist. Ein Buch: mehr als lesenswert, da ohne Deutschtümmelei; die manchmal von Rezeszenten kritisierten christlichen Elemente entsprechen den historischen Tatsachen, allerdings, befürchte ich, wird die junge Generation mangels eben dieser Geschichtskenntnisse relativ wenig mit dieser meisterhaften Erzählung anfangen können...


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Abtauchen in die Vergangenheit ...

Als ich das Buch während des Rumänienurlaubs las, fühlte ich mich plötzlich in die Vergangenheit versetzt und das Land bekam eine zusätzliche vierte Dimension. Hinter den heutigen Ortsnamen erscheinen schemenhaft die deutschen und werden durch die Geschehnisse des Buches mit Leben erfüllt. Auch die immer noch fühlbare, obwohl mittlerweile durch die Zeit reduzierte Kulturenvielfalt Siebenbürgens/Rumäniens mit Rumäniendeutschen, Zigeunern, Juden, Ungarn, Rumänen wird sehr anschaulich zum Leben erweckt. Der bis zum Ende gespannte Handlungsbogen, die Vielschichtigkeit der Beziehungen, die verbindende Symbolik des geköpften Hahns und des in verschiedenen Formen auftauchenden Exitus lassen einen das Buch nicht aus der Hand legen, bis alles auf den letzten Seiten zusammenfindet.
Obwohl es um eine sensible Zeit geht, gelingt es dem Autor vortrefflich durch einen sachlichen Erzählstil jede Parteinahme zu vermeiden.


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Der geköpfte Hahn

Sehr lesenswert für Personen, die sich für die Geschichte Rumäniens aus der Sicht eines jugendlichen interessieren.


Weniger ist of mehr

Eginald Schlattner erzählt und erzählt und erzählt. Er erzählt von entfernten Verwandten, von Dienstboten und deren Verwandtschaft, von Bekannten usw... - und ermüdet dadurch den Leser. Er schweift vom eigentlichen Hauptthema - der sehr interessanten Geschichte um das Aufwachsen des jungen Felix - immer wieder ab. Zweihundert Seiten weniger, und es wäre ein großartiges Buch gewesen. Weniger ist of mehr!


Rezensionen: Seite 1, 2, 3



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