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Kritik der politischen Ökonomie: Eine Einführung







Michael Heinrich

Schmetterling Verlag, 2007 - 240 Seiten

Kundenbewertung:(9 Bewertungen)
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Die Wiedergeburt eines Klassikers

Der Klassiker der Kritik der politischen Ökonomie, Das Kapital von Karl Marx, ist bekanntlich schwerer Lesestoff. Mehr als 2500 Seiten, Beispiele und Bezüge auf volkswirtschaftliche Theorien, denen die heutige Aktualität fehlt und der Umstand, dass Marx für den zweiten und dritten Band nur Manuskripte hinterlassen hat, machen den Zugang nicht leicht.

Da "Das Kapital" aus natürlichen Gründen keine aktualisierte Neuauflage erfahren kann, ist es sehr viel wert, dass es Michael Heinrich gelungen ist, die theoretische Erklärung des Kapitalismus und über diese Erklärung die nach wie vor aktuelle Kritik verständlich und übersichtlich auf ca. 200 Seiten zusammenzufassen. Hier wird nicht in Frühschriften gewühlt, ein angeblicher Prognoseanspruch problematisiert oder sonstigen philosophischen Interpretationen nachgespürt. Heinrich geht es schlichtweg darum, was Marx im Kapital als Erklärung und damit Kritik des Kapitalismus geleistet hat. Dabei legt er auch besonderen Wert auf eine ausführliche Darlegung der marxschen Kritik an Ware und Geld. Dem Reichtumsmaßstab der Marktwirtschaft an dem gemessen die Frage was (Qualität), wie (Arbeitsbedingungen) und für wen produziert wird, zum bloßen Mittel der Geldvermehrung verkommt. Eine Kritik, die auch in linken Kreisen oft mißverstanden wird, wenn Ware und Geld als bloße Gesetzmäßigkeiten eines ansonsten harmlosen Warentausches gesehen werden, die wie selbstverständlich zu jeder Form des Wirtschaftens dazugehören würden. Heinrich hält demgegenüber fest: »Ausbeutung und die Existenz unbezahlter Arbeit" entspringen nicht aus einer Verletzung der Gesetze des Warentausches, sondern aus ihrer Befolgung. Will man Ausbeutung abschaffen, dann geht dies nicht durch eine Reformierung der Austauschverhältnisse innerhalb des Kapitalismus, sondern nur durch die Abschaffung des Kapitalismus.« (S.94)

Als abschließendes Kapitel fügt Heinrich einige Überlegungen zu Staat und Kapital an, um deutlich zu machen, dass die Kritik der politischen Ökonomie auch eine Kritik der Politik impliziert. Damit wendet er sich gegen eine auch in Teilen der Linken anzutreffende Idealisierung der Demokratie, die sich darüber auszeichnet, dass sie vom ökonomischen Kontext der Demokratie absieht. Sehr gute Ergänzungen zu dem wichtigen Buch von Heinrich sind auch die Bücher von Hermann Lueer: Warum verhungern täglich 100.000 Menschen?
und Christian Siefkes, Beitragen statt tauschen: Materielle Produktion nach dem Modell Freier Software


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Super Einführung

Das Buch von Michael Heinrich bietet eine super Einführung in die marx'sche Kritik der politischen Ökonomie.

Es liefert eine nötige Kritik des weltanschaulichen Stammtisch-Marxismus und eignet sich auch bestens für Menschen, die wenig oder noch keine Berührungen mit Marx' Schriften hatten.

Volle 5 Sterne!


Das Kapital- Einführung

Unverzichtbares Hilfsmittel beim Studium des Kapital von Karl Marx.
Sehr guter Aufbau und sehr gute Beispiele zeit bezogen.Michael Heinrich hat die Einführung sehr einfach,d.h.verständlich für jedermann,geschrieben.Da besonders die Ersten Kapitel des Kapitals von Karl Marx etwas schwer sind,ist diese Einführung von Michael Heinrich sehr zu empfehlen.


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Verständliche Zusammenfassung von Marx' Kapital

Das Buch ist eine kompakte und verständliche Zusammenfassung von Marx' Werk "Das Kapital". Jeder Autor, der sich heute an einer solchen Aufgabe versucht, stößt auf mehrere große Probleme:
- Einerseits soll eine Wiedergabe authentisch sein
- Andererseits hat sich die Welt seit Marx' Zeiten erheblich verändert
- Auch Marx' würde sicherlich sein Buch heute anders schreiben, so wie Marx sich zu seinen Lebzeiten ständig weiter entwickelt hat
- Schließlich hat es von Anhängern und Feinden des Marxismus gleichermaßen etliche Verzerrungen und Verfälschungen der Gedanken von Marx gegeben, etwa in der DDR
Wie also dem Werk treu und dennoch aktuell bleiben? Michael Heinrich ist dieses Kunststück weitgehend gelungen. Der Autor bezieht sich genau auf das historische Werk und findet dennoch immer wieder Bezüge zur Gegenwart.

Dennoch hat es einige Schwächen:
- Heinrich hält die Aussage vom Tendenziellen Fall der Profitrate für falsch (S. 152). Seine Argumentation folgt der Logik, dass das Gesetz von der Schwerkraft falsch sein müsse, weil sich nicht alle Gegenstände allmählich am Boden sammeln.
- Heinrich spricht, wie es heute verbreitet ist, vom "Platzen von Blasen" (S. 168). Dies ist falsch, weil es suggeriert, dass ein instabiler Zustand in einen stabileren übergeht. Tatsächlich ist der Kapitalismus in seiner Produktion ebenso dynamisch und gewaltig wie in seiner Zerstörungskraft.
- Heinrich interpretiert das Manifest der Kommunistischen Partei so, dass es behaupte, die Klassengegensätze würden im Kapitalismus automatisch deutlicher (S. 180). Tatsächlich ist dort gemeint, dass sich die Vorurteile des Feudalismus im Kapitalismus auflösen.
- Heinrich spricht wiederholt wie bürgerliche Wirtschaftler von "Arbeitskräften", wo Arbeiter gemeint sind. Das kollidiert mit dem marxistischen Fachbegriff "Arbeitskraft", der die Fähigkeit zum Arbeiten definiert.
- Heinrich sieht neben den Klassengegensätzen auch Rassismus, Sexismus usw. als erheblichen gesellschaftlichen Konflikt an (S. 196). Das mag modern klingen, aber ist insofern unsinnig, als Rassismus, Sexismus usw. nur unter besonderen gesellschaftlichen Verhältnissen existieren.
- Auch die Interpretation der Marxschen Theorie als eine Art Revolutionsautomatik (S. 200) halte ich für fragwürdig. Marx hat m.E. keine Prophezeiungen abgegeben, sondern erklärt, dass die Widersprüche im kapitalistischen System dieses langfristig sprengen müssen.

Trotz alledem ist das Buch lehrreich und lesenswert. Vor allem, wenn man andere, oberflächliche Erklärungen zu kapitalistischen Krisen liest, wird man dankbar die erwähnten kleinen Schwächen dieses Buches schlucken.


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Rezensionen: Seite 1, 2



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