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Handschlag mit dem Teufel: Die Mitschuld der Weltgemeinschaft am Völkermord in Ruanda
Romeo Dallaire

Zu Klampen, 2008 - 651 Seiten

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Gott hat Afrika verlassen

Es war absulut schockierent was ich in diesen Buch erfuhr. Wie die Menschen von der UNO veraten wurden, von einer Organisation die nach dem 2.Weltkrieg gegründet wurde um so etwas zu verhindern. Ich möchte nicht all zu ins Detail gehen, aber wenn mann sich für die Geschichte dieses Genozids interessiert gibt es meiner Ansicht nur zwei zuverlässiche Bücher: 1. das von Romeo Dallaire und 2. von Paul Rusesabagina. Den nur der da war und dieses Grauen überlebt hat kann davon berichten. Zum Schluß noch ein Zitat von R.Dallaire:"...des Leids, der Verstümmelung, der Vergewaltigung und des Mords an 800.000 Ruander. Dieses Drama konnte nur mit Hilfe der Mitgliedsnationen des bloß scheinbar unparteiischen Weltgremiums namens UNO vollziehen. Geführt von den USA, Frankreich und Großbritannien, unterstützte und ermutigte die UNO letztlich den Völkermord in Ruanda. Kein Geld, das sie je spenden, keine Hilfe, die sie je aufbringen wird, kann ihre Hände vom ruandischen Blut reinwaschen." Dem ist nichts hinzu zu fügen.


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Erschütternd

Ein erschütterndes Buch über den Völkermord in Ruanda 1994 , geschrieben von dem kommandierenden kanadischen Befehlshaber der UN-Truppen. Erschütternd, weil die Lektorin Selbstmord begeht und der Autor zwei Suizidversuche unternimmt. Erschütternd, weil so eine Gemetzel am Ende des 20. Jahrhunderts, ähnlich wie der Krieg in Jugoslawien, zuvor als undenkbar galt, nach den Ereignissen der Shoah. Das Buch ist zunächst nüchtern in der Sprache des Militärs geschrieben. Je mehr das Geschehen voranschreitet, desto emotionaler und verzweifelter wird der Bericht. Wer je geglaubt hat, dass es eine UN-Mission organisiert und planvoll verläuft, wird eines Besseren belehrt. Da werden 50 Panzerwagen angefordert, geliefert aber nur 8, davon sind dann 5 kaputt und mit einer unverständlichen russischen Gebrauchsanweisung versehen. Man mag der Vorstellung des Autors folgen oder nicht, dass ein größeres Truppenkontingent den Völkermord verhindert hätte, aber man bleibt fassungslos bei dem geschilderten Grauen. War die Shoah einzigartig wegen des industriell abgewickelten Mordens, so ist der Völkermord in Ruanda einzigartig wegen des Umfangs, in dem eine Bevölkerungsgruppe so vollständig in den Mord einer anderen Bevölkerungsgruppe einbezogen wurde. Wobei nicht nur Tutsi durch Hutu, sondern auch gemäßigte Hutu durch radikale Hutu ermordet wurden. Nicht nur Soldaten oder Milizen mordeten, sondern Kinder auch Kinder oder Mütter mit Babys auf dem Rücken Mütter mit Babys auf dem Rücken. Erklärungsmuster bietet Dallaire nur wenig an. Da sei auf das Buch - Kollaps- von Diamond verwiesen der eine ökologische Deutung anbietet. Sehr kritisch beleuchtet Dallaire die Rolle Frankreichs und der USA. In vielen Darstellungen wird deren spätes Eingreifen als humanitäre Grosstat gewürdigt, aber sie hat den Krieg verlängert und ihn in den Kongo für viele Jahre getragen. Auch räumt DALLAIRE auf mit der Vorstellung, dass es ich bei dem geschehen in Ruanda um einen archaischen Stammeskrieg handele. Die Unterscheidung zwischen Tutsi und Hutu ist dem modernen Rassismus entsprungen, den zunächst die deutsche Kolonialverwaltung in Ostafrika und dann die Belgier verbreitet haben. Die Hetze gegen einen Teil der Bevölkerung wurde systematisch und mit modernen Mitteln, wie die des Rundfunks verbreitet. Kritisch beleuchtet DALLAIRE auch die Rolle der Tutsirebellen, die dem Völkermord an ihren eigenen Leuten aus taktischen Gründen des Machterhalts zu wenig entgegentraten. Das Buch ist sehr dick und hat manchmal etwas zu ausufernd die organisatorische Probleme der Mission beschrieben, aber das unterstreicht geradezu noch den Eindruck der Hilflosigkeit gegenüber dem Schrecken.


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Großartiges Buch für Leute mit Vorwissen

Dies ist ein großartiges Buch für Leute mit Vorwissen zum Thema "Völkermord in Ruanda", aber auch für Leute mit großem Interesse an diesem Thema. Eines der bewegensten Bücher, die ich je gelesen habe. Kann ich nur weiterempfehlen.


Ergreifend und tragisch

General a.D Roméo Dallaire schildert seine Dienstzeit für UNAMIR in Ruanda mit eindringlichen Worten, die zur Verzweiflung treiben. Nein, er zielt nicht darauf ab, den Lesern als Bürger der "Ersten Welt" ein schlechtes Gewissen für das gute Leben zu machen, welches sie hier führen. Es geht auch nicht darum, Hass auf die UNO als starres, in sich selbst uneiniges Konstrukt zu wecken. Doch um Hass geht es. Bis zu letzt. Den Hass verstehen und in Zukunft zu verhindern wissen, der Menschen dazu antreibt innerhalb von 100 Tagen 800.000 Mitbürger zu töten und die Stabilität einer ganzen Region bis heute zu erzittern. Hass erkennen, ihm entgegentreten und handeln. Sofort, angemessen und entschlossen, als Menschen der Tat und nicht der vielen Worte.

Die Erfahrungen, die General Dallaire machte, waren so dramatisch und z.T. unmenschlich, dass einem das geschriebene Wort heute noch Gänsehaut bereitet - nicht reißerisch und ohne soldatisches Pathos. Eine Empfehlung für all jene, die verstehen und nicht vergessen wollen. Nicht nur Ruanda.


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Lesenswerter Tatsachenbericht

General Dallaire erfährt kurzfristig von seinem geplanten Einsatz in Afrika. Nach kurzem Überlegen sagt er zu und übernimmt das Kommando über die noch zu schaffende UN-Mission für Ruanda (UNAMIR; United Nations Assistance Mission for Rwanda). Als Kommandeur eines bunt zusammengewürfelten Kontingents ist er täglich mit den Unwägbarkeiten der ruandischen Politik konfrontiert. Ruanda ist gebeutelt von einem zermürbenden Bürgerkrieg, tatsächlich jedoch kein Krieg zwischen den größten Bevölkerungsgruppen Hutu und Tutsi, sondern zwischen der ruandischen Regierung und einer Rebellenorganisation (RPF; Ruandische Patriotische Front).
Nachdem die RPF stetig Raum gewinnt und schon bald vor den Toren der Hauptstadt Kigali steht, eskaliert die Lage in den unübersichtlichen Stadtteilen. Durch extremistische Radiopropaganda angestachelt, beginnen Bürgermilizen, Sicherheitskräfte und das Militär eine gnadenlose Jagd auf alle Tutsi. Hierbei machen sie sich die von den belgischen Kolonialherren eingeführten Ausweise zunutze und massakrieren Tausende von Bürgern. Die Gewalt ist dermaßen zügellos, dass es den erfahrenen Militärs permanent in den Fingern juckt, durch den fehlenden Handlungswillen der UNO sind ihnen aber die Hände gebunden. Die internationalen Verstrickungen und Rivalitäten innerhalb der UNO verhindern desweiteren ein wirksames und zielgerichtetes Vorgehen gegen die extremistischen Kräfte im Land. Am Ende des Konflikts haben über eine Million Ruander ihr Leben gelassen ...

Bei Handschlag mit dem Teufel" handelt es sich weniger um eine Biografie, sondern eher um eine Art Dienst-Tagebuch. Man kann den Ausführungen von Dallaire sehr bequem folgen, da es ihm gelingt die groben Zusammenhänge der ruandischen Politik, aber auch das Mikromanagement der UNO auf ein verständliches Maß herunterzubrechen. Die im Text auftretenden Abkürzungen werden stets erklärt und wenn nötig hilft der Übersetzter mit erklärenden Fußnoten weiter.
Wie eingangs erwähnt, kann das vorliegende Buch kein Sachbuch ersetzen, jedoch die bestehende Literatur ergänzen.
Ein gutes Drittel des Textes ist der Zeit vor dem Völkermord gewidmet und beleuchtet die komplexen politischen Verhältnisse in Ruanda. Es kann mitunter hilfreich sein, rudimentäre Vorkenntnisse zum Geschehen in Ruanda zu haben, um die vielfach sehr ausführlichen Schilderungen von Dallaire im Gesamtkontext als UN-Truppen-Kommandeur richtig einzuordnen. Aber auch ohne diese Kenntnisse sind die Schilderungen hinreichend aufrüttelnd und können dem Leser den Appetit gehörig verderben.

Das Buch umfasst 651 Seiten und beinhaltet neben den Tagebuchaufzeichnungen auch ein ausführliches Nachwort, Kommentare zur Lage damals und zur gegenwärtigen Situation in der Region, ein gut sortiertes Glossar und weiterführende Lektüreempfehlungen.

Mit diesem sehr umfangreichen Buch erhält der Leser für annähernd 25 Euro einen lesenswerten Tatsachenbericht, dem man nicht nachsagen kann, er wäre leicht verdaulich. Wer sich für den Genozid in Ruanda interessiert, sollte Handschlag mit dem Teufel" in seinem Regal stehen haben.


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Rezensionen: Seite 1, 2



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