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Nationen und Nationalismus: Mythos und Realität seit 1780 (Campus Bibliothek)
Eric J. Hobsbawm

Campus Verlag, 2005 - 256 Seiten

Kundenbewertung:(2 Bewertungen)
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Geradezu Pflichtlektüre für Geschichtsinteressierte

Deutschland? Gab's doch schon immer. Oder? ... Oder?... Auch Nationen, gerade Nationen sind ein geschaffener Mythos. Aktiv erschaffen wurden sie. Der Nationalismus ist ein Kind Europas, in den meisten Teilen geformt aus Anti-Napoleonismus und/oder der Romantik.
Diese "Nationen" verändern die Welt. Und Eric Hobsbawm sähe Nationalstaaten lieber heute als morgen abgeschafft.

Eric Hobsbawm hat als jüdisch-österreichisch-britischer Kosmopolit vielleicht von seiner Prägung bereits von Anfang an weniger borniertes Nationsdenken als viele andere. Sein Werk von 1990 jedenfalls ist ein Meilenstein in seiner Klarheit. Nationen sind nicht ewig. Es gab sie einmal nicht, und womöglich werden sie eines Tages nicht mehr sein. Eigentlich ist dies so offensichtlich. Und doch werden die heutigen Nationalisten in aller Welt schäumen.

Zugegeben, Hobsbawms Abgesang auf den kleinen Nationalstaat war vielleicht verfrüht: gekoppelt mit einer supranationalen Vereinigung wie der EU sind Kleinstaaten durchaus quietschlebendig. Doch sein mit marxistischen wie großbürgerlichen Elementen durchwobenes Buch "Nationen und Nationalismus" ist ein Standardwerk, um so genannte Nationen zu verstehen. Immer mehr Historiker folgen Hobsbawm in dieser seiner kritischen Sichtweise.

Klare Empfehlung.
(rezensiert wurde die erste Auflage)


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Gegen Klischees

Hobsbawn räumt mit einigen Mythen zum Thema Nationalismus auf. So zeigt er, dass Nationen im 19. Jahrhundert von oben geschaffen wurden, um einheitliche Wirtschaftsräume zu schaffen, dass Nationen also nichts "Natürliches" sind und dass sie meistens nicht einmal auf einer gemeinsamen Sprache basieren. Den vielen Kleinstaaten, die am Ende des 20.Jahrhunderts entstanden sind, gibt er keine Zukunft, denn die Entwicklung läuft auf immer grössere Wirtschaftsräume hinaus, so dass der Nationalismus zu einem Anachronismus und zu einer Abwehrhaltung gegen die Globalisierung geworden ist. Ein Buch, das mit historischer Kritik weitverbreitete Klischees auflöst, also ein Buch für Leute, die gerne mit dem eigenen Kopf denken.


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