Warum erorberten die Inkas nicht Spanien | Arm und Reich: Die Schicksale menschlicher Gesellschaften | ...
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Arm und Reich: Die Schicksale menschlicher Gesellschaften
Jared Diamond
Fischer (Tb.), Frankfurt
, 2006 - 583 Seiten
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Kauftipp
Seit dem 16. Jahrhundert haben die Europäer maßgeblich bestimmt, wo es langgeht in der Welt -- in guten wie in schlechten Tagen. In Arm und
Reich
. Die
Schicksale
menschlicher
Gesellschaften
erläutert Jared Diamond, warum sich die Dinge so entwickelt haben. Es ist eine elementare Frage, und Diamond ist gewiß nicht der erste, der sie stellt. Seine besondere Leistung besteht jedoch darin, daß er sich auf wissenschaftliche Fakten stützt statt auf fadenscheinige Theorien über die genetische Überlegenheit der Europäer. Diamond, ein Professor der Physiologie an der University of California at Los Angeles (UCLA), weist darauf hin, daß die Geographie Eurasiens bestens geeignet war für die Entwicklung der Landwirtschaft und der Viehhaltung sowie für den freien Informationsfluß. Die bevölkerungsreicheren Kulturen, die sich daraus entwickelten, hatten komplexere Regierungs- und Kommunikationsformen -- und eine erhöhte Resistenz gegenüber Krankheiten. Darüberhinaus nutzte das zersplitterte Europa die Kraft der wettbewerbsorientierten Innovation in einer Weise wie es China nicht tat. (Zum Beispiel benutzten die Europäer die chinesische Erfindung des Schießpulvers, um die Schußwaffen zu entwickeln, mit denen sie dann die Neue Welt unterwarfen.) Diamonds Buch ist komplex und ein wenig verwirrend. Aber die These, die er methodisch vorbringt -- die Untersuchung der "positiven Feedback-Schleife" der Landwirtschaft, der Viehhaltung, der Bevölkerungsdichte, der Innovation, und so weiter -- ergibt Sinn. Geschrieben ohne Partei für irgendeine Seite zu ergreifen, ist Arm und Reich ein gutes Buch über die Weltgeschichte.
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alle Menschen sind Brüder (äh, und Schwestern :-) )
Ich war zu neugierig, was denn nun bei den verschiedenen Menschen Sorten zu diesen unterschiedlichen Entwicklungen geführt hat. Antwort (in aller Kürze) die verschieden häufig vorkommenden kultivierbaren Wildpflanzen gaben auf den unterschiedlichen Kontinenten den ersten entscheidenen Anstoß zu einer sich entweder schnell entwickelnden Landwirtschaft oder zum bestehen bleiben der Jäger und Sammler Nomaden. Es ist ganz einfach, die Menschenstämme, die in ihrer Umgebung Pflanzen vorfanden, die sie landwirdschaftlich nutzten konnten und somit zu Nahrung machen, konnten auch sesshaft werden. Viel Nahrung, viele Nachkommen. Die weiteren Entwicklungen waren dann schon komplexer, politischer Art oder größere Resistenzen gegenüber Krankheiten oder verschieden "gute" Kriegskunst.
Nix mit "Überlegenheit" kontra "Unterlegenheit" von wem auch immer. Wir sind alle gleich. Bei allen auftretenen Unterschieden, ob in Hautfarbe, Körperformen oder entwicklter "Kultiviertheit" Wenn man alle Klichees hinter sich läßt.
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Warum erorberten die Inkas nicht Spanien
Die unterschiedliche Entwicklung in verschiedenen Kulturkreisen , von den ach so zivilisierten Europäern auf der einen Seite bis zu den steinzeitlichen Jägern in Tasmanien , die nicht in der Lage waren , selbstständig Feuer zu entfachen auf der anderen Seite wurde früher oft mit rassistischen Theorien erklärt. Ein überzeugender gegenteiliger Entwurf wird in diesem Buch dargelegt. Die Unterschiede haben ökologische Ursachen, habe viel mit der Ausstattung an kultivierbaren Pflanzern und Tieren zu tun, mit geographischen Gegebenheiten und ähnlichen Faktoren.
Diamond belegt auch, dass eben bestimmte Kulturen sich wenig entwickelten, weil sie nur geringem Selektionsdruck unterlagen. Günstige Umweltfaktoren haben den entscheidenden Einfluss. So konnten viele Großtiere, wie Rind, Schaf, Ziege Pferd und Kamel im Nahen Osten domestiziert werden mit vielfältigen positiven Folgewirkungen. In Afrika, wo Tiere und Menschen schon länger zusammenlebten, hatten die Tiere früh einen Fluchtreflex, wie etwa das Zebra, so dass sie nie domestiziert werden konnten. Auf der andern Seite wurde Amerika so spät von den Menschen besiedelt, das die dort lebenden Grosstieren kaum einen Fluchtreflex entwickelten und daher von den Indianer sehr früh ausgerottet wurden, bevor sie hätten domestiziert werden können. Das ist nur ein Beispiel, denen im Buch viel Folgen. So waren Infektionserkrankungen für die indianische Bevölkerung verheerend. 95 % starben an den von Europäern eingeschleppten Erkrankungen. DIAMOND erklärt, warum die Europäer die Indianer infizierten, es aber umgekehrt kaum zu Ansteckungen ab. Das hat mit dem Zusammenleben vom Mensch und Tier zu tun, weil oft Erreger übertragen werden, aber auch mit Bevölkerungsdichte, DIAMOND beschreibt auch, dass gewisse Vorteil von Zeitalter zu Zeitalter wechseln können, auch dass es unter bestimmten Umstände Rückschritte" geben kann. Japan hatte 1600 zum Beispiel die größte Schusswaffendichte der Welt, ein Jahrhundert waren die Schusswaffen verschwunden. In China wurde n mechanischen Uhren und die Seeschifffahrt aufgegeben.
Das Buch ist äußert informativ und erhellend. Es zerschmettert Vorurteile.
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Zeigt die wahren Faktoren für Fortschritt
Früher glaubten viele Menschen das die ethnische Herkunft, die sogenannte "Rasse", der entscheidende Faktor dafür sei wie fortschrittlich ein Volk werden konnte.
Heute glauben sehr viele Menschen im Westen, das ihr Fortschritt das den Rest der Welt lange Zeit extrem übertraf und auch heute noch vorherrschend ist, auf der Zeit der europäischen Aufklärung basiert.
Die Menschen glauben es sei ihre Kultur und die daraus hervorgehenden Denker und Erfinder der sie so fortschrittlich gemacht hat.
Und die dritte Welt, z.B. die islamische Welt, sei schwächer weil sie nicht die günstigere Kultur haben.
Es heißt, die dritte Welt müsse eine Aufklärung erleben wie Europa, damit Wohlstand und Fortschritt aufkommt.
Jared Diamond beweist in diesem Buch das die Ideologien die Fortschritt fördernd sind und die z.B. auch in der europäischen Aufklärung entstanden nicht die eigentliche Ursache des Fortschritt ist, sondern das letztendlich die Entstehung solcher Ideologien auf geographischen Vorteilen basiert.
Einfach gesagt, nur wer eine günstige Geographie hatte konnte Fortschritts fördernde Ideologien herausbilden.
Wer die Verteilung von Industriestaaten, dritte Welt Ländern und Schwellenländer mit der Verteilung der Klimazonen vergleicht wird schnell herausstellen das die Verteilung von Arm und
Reich
kein Zufall ist, sondern ein eindeutiges Muster zeigt wonach ca. 90% der Industriestaaten sich alle in der gemäßigten Klimazone befinden während die ärmsten Länder der Welt genau am Äquator sind.
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Absolut gelungen
Der deutsche Titel "Arm und
Reich
" ist leider ziemlich irreführend; bedauerlicherweise hat das auch bei einigen Rezensenten zur Verwirrung geführt. Der englische Originaltitel trifft es viel besser. Außer ganz am Schluss geht es doch gar nicht darum, warum heute einige
Gesellschaften
arm und andere reich sind. Vielmehr erklärt Diamond, wie die Entwicklung der Landwirtschaft und vor allem die unterschiedliche Ausstattung mit natürlichen Schätzen einigen Völkern einen erheblichen Vorsprung verschafft haben. Die Verlierer wurden meist "überrollt".
Bis zur Zeitenwende halte ich seine Theorie für absolut plausibel. An diesem Werk wird man als am Thema Interessierter kaum vorbeikommen (selbst wenn Einzelheiten vielleicht noch revidiert werden). Das Gesamtbild stimmt sicher.
Bei der Erklärung, warum heute Länder unterschiedlich reich sind, werden seine Thesen ein wenig dünn. Hier sei die ergänzende Lektüre von David Landes' Wohlstand und Armut der Nationen: Warum die einen reich und die anderen arm sind und von Paul Kennedys Aufstieg und Fall der großen Mächte: Ökonomischer Wandel und militärischer Konflikt von 1500 bis 2000 empfohlen. Die ganze Wahrheit ist vielleicht sowieso noch nicht erzählt. Aber Jared Diamond hat uns ein ganzes Stück weitergebracht.
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