"Wie der Indianer im Mythos bin auch ich so weit gelaufen, wie die Erde es zulässt," | Traurige Tropen ...
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Traurige Tropen (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
Claude Lévi-Strauss
Suhrkamp Verlag
, 1978 - 424 Seiten
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ein bezeichnender titel
„Ich verabscheue Reisen und Forschungsreisende".Mit diesem ersten Satz seiner Ethnographie über mehrere zuvor getätigte Forschungsreisen nach Brasilien ist die Neugier des Lesers geweckt.Und anhand dieses Ausspruchs wären wir schon inmitten der Beweggründe Levi-Strauss' diese Ethnographie zu schreiben.
Für ihn geht es in erster Linie um den Wert der Botschaft, welche durch seine Forschungsreisen verdeutlicht werden soll. Durch falsche Berichterstattung und gewollte Effekthascherei kann der Leser diesen Wert oft nicht erfassen, er wird meistens überschwemmt mit einer Flut von Bildern (z.B. in Form von Reiseberichten), die seine Kritikfähigkeit ermüden lassen, das intensive Studieren - oftmals mehr als mühevoll - auf der Suche nach Wahrheiten bleibt dabei im Hintergrund. Und genau um diesen letzten Punkt geht es Levi-Strauss bei seinen Expeditionen in das Innere Brasiliens.
Das in neun Kapitel gefasste Werk beginnt mit der Beschreibung des Aufbruchs nach Brasilien 1941. Levi-Strauss macht hier deutlich, welche Gedanken ihm währenddessen durch den Kopf gehen. Auch hier lässt sich wiederum eine Verbindung zu dem Zitierten herstellen. Levi-Strauss erklärt, warum er Reisen verabscheut, denn diese zeigen den „Schmutz, mit dem wir das Antlitz der Menschheit besudelt haben" .Hierbei spielt er auf das Problem der Zivilisation an welche in Massen erzeugt wurde, heutzutage ist nahezu keine Unberührtheit mehr vorzufinden. „Nie wieder werden uns die Reisen, Zaubertruhen voll traumhafter Versprechen, ihre Schätze unberührt enthüllen. Eine wuchernde, überreizte Zivilisation stört für immer die Stille der Meere.". Anhand dessen versteht sich auch seine Abneigung gegenüber Reiseberichten: Sie geben lediglich eine Illusion dessen vor, was es nicht mehr gibt - im Grunde genommen ein manipulativer Betrug. Der Titel „
Traurige
Tropen
" macht das verheerende Ausmaß dieser Manipulation der einstigen Ursprünglichkeit deutlich.
Mit einem im dritten Kapitel aufgeführten Rückblick geht Levi-Strauss auf die Geschichte der Kolonisation ein. Er beschreibt am Beispiel der Insel Hispaniola (heute Haiti) die ungeheuerlichen Ausmaße der Überhandnahme durch die europäische Kultur. Die erschreckende Zahl der ca. 200 Eingeborenen, welche 1592 von ursprünglich ca. 100.000 Eingeborenen ein Jahrhundert zuvor noch am Leben waren, macht dies deutlich. Die Geschichte der Indianer ist zugleich die Geschichte der Unterdrückung.
Levi-Strauss geht es nicht allein um die Erforschung der Ureinwohner Brasiliens , für ihn geht es nicht nur darum, die Ursprünge der Menschheit aufzeigen zu können, sondern zugleich auch die Problematik des Reisens heutzutage und dem Verstehen der anderen Kultur. Bei dem Versuch die über tausende von Jahren passierte Entwicklung der Menschheit zurückverfolgen zu können, stößt Levi-Strauss an Grenzen, die Frage des Urteilens über Kulturen stellt sich ihm genauso wie die Problematik der Verachtung der eigenen Kultur. Durch die Betrachtung der fremden Kultur wird ihm dabei die eigene bewusster. An dieser Stelle zeigt sich, dass jeder Mensch einer Gesellschaft, einer Klasse angehört. Für den Europäer bedeutet die neue Welt zunächst, dass es nicht die seinige ist, er allein hat also auch die Verantwortung zu tragen für das Verbrechen, dass er sie zerstört hat und dadurch auch, dass es keine andere mehr geben wird. Anhand der Erforschung der Indianervölker im Mato Grosso (Brasilien) stellt Levi-Strauss also einen weit größeren Kontext her.
Levi-Strauss wendet sich von Sao Paulo aus nach Süden Richtung Parana. Entlang des Rio Tibagy findet man zu beiden Seiten Gebiete, in denen er nun zum ersten Mal in Kontakt mit den „Wilden" kommt. Allerdings ist auch hier die Berührung mit der Zivilisation erkennbar. Sie zeigt sich z.B. in den brasilianischen Kleidern, der Hacke und der Nähnadel. Allerdings blieben diese Indianer sich weitestgehend selbst überlassen, was deutlich wird, da sie ihre alten Lebensweisen wieder aufgenommen haben.
Im folgenden macht sich Levi-Strauss nun an die Erkundung zweier Eingeborenengruppen, den Caduveos an der Grenze Paraguays und den Bororo im mittleren Mato Grosso. Hierbei stellt er in zum Teil poetischer und gut vorzustellender Weise die fremde Kultur vor, er beschreibt die Sprache, die Wohnverhältnisse, die Kunst, alles das, was das tägliche Leben der Kulturen ausmacht. Auch geht er dabei auf die Schwierigkeiten ein, mit welchen er oftmals konfrontiert wird - bei der nachfolgenden Untersuchung der Nambikwara z.B. ist die Sprache ein großes Hindernis.
Levi-Strauss deckt in sorgfältiger Arbeit die gesellschaftliche Struktur auf, lässt dabei Wert-und Gefühlsurteil trotz der hohen
Wissenschaft
lichkeit nicht außer acht.
Für Levi-Strauss ist die Ursprungsfrage von großer Wichtigkeit. Nach dem Durchqueren weiter Teile des Landes und im Bewusstsein der Ende seiner Reise fühlt er sich aus der Steinzeit (durch die Nambikwara) in die heutige Zeit zurückversetzt. Durch seine Suche nach dem kaum merklichen Fortschritt der Anfänge kommt er in Berührung mit der armseligsten Form der sozialen und politischen Organisation.
Bei seiner Rückkehr beschreibt er ein sehr erschreckendes Erlebnis während seines Aufenthalts im Campos Novos. Dieses erfahrene trostlose Klima bringt Levi-Strauss ins Grübeln über seine Forschungsreisen. In seinem Versuch die Ursprünge der Menschheit aufzudecken, zeigt sich ihm der Preis, den diese Völker mit ihrem Elend zahlen, damit er die Jahrtausende zurückverfolgen kann. Durch die Rekonstruktion aus nur noch ärmlichsten Überresten einer einst so hochentwickelten Kultur zeigt sich deren trauriges Ausmaß.
An dieser Stelle möchte ich den obenangesprochenen größeren Kontext nocheinmal aufnehmen: Für Levi-Strauss ist ersichtlich, dass das Aussterben vieler Kulturen immer mehr vorangeht. In Konfrontation mit der Zivilisation , mit dem von ihr vorgegebenen „Fortschritt" sterben viele Kulturen aus, das einzige noch vorhandende Ursprüngliche meint das eben angesprochene Ärmlichste, was sich bei ihnen noch finden lässt - das letzte was noch von ihnen bewahrt wird.
Levi-Strauss schließt sein Werk mit dem Denkanstoß innezuhalten in dem fleißigen Treiben um sich zu entspannen, und das Wesen dessen zu erfassen, was die menschliche Gattung war und noch immer ist: das Loslassenkönnen diesseits des Denkens und jenseits der Gesellschaft. Hiermit wird die sich selbst aufdiktierte Sklaverei des Menschen angesprochen, welcher sich selbst sein Gefängnis macht.
Als Gesamtwerk betrachtet lebt dieses Buch nicht nur durch die Erforschung der Kulturen in Brasilien, darüber hinausgehend werden viel größere Komplexe - das Aussterben der „primitiven" Kulturen durch die Zivilisation, die Problematik des Verstehens und das Hinterfragen der eigenen Kultur etc. - angesprochen. Levi-Strauss wandelt hierbei zwischen Poesie, Wissenschaft und Reflexion.
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"Wie der Indianer im Mythos bin auch ich so weit gelaufen, wie die Erde es zulässt,"
"Wie der Indianer im Mythos bin auch ich so weit gelaufen, wie die Erde es zulässt, und am Ende der Welt angekommen, habe ich die Wesen und die Dinge befragt und die selbe Enttäuschung erlebt wie er."
"Er stirbt unverzüglich im Besonderen" und lebt unmittelbar wieder auf, wenn er "zwischen zwei Ideen, Eindrücken oder Empfindungen, zwischen zwei Büchern eines Autors oder zwei Bildern ein und desselben Malers eine tiefe Verbindung entdeckt". Verbindungen entdecken, - wie hier die Schilderung von Marcel Proust zeigt-, galt auch für Claude Levi-Strauss (1908-), der just die 100 erreicht und nunmehr seit einigen Tagen überschritten hat. Sein Ruhm und sein Glanz wurde erneut beschienen, diesmal von all den Lobesreden auf einen der bedeutendsten Anthropologen und Ethnologen, im Alter ein Kronzeuge eines Jahrhunderts, ein Intellektueller alter Tage und wie dieses Buch zeigt, ein Belletrist der
Wissenschaft
.
"Ich verabscheue Reisen und Forschungsreisende" ist der Anfang eines Werkes, einer romantischen Elegie über den Untergang der westlichen Kultur, ein Anfang, der den Leser nichts als neugierig macht, warum der Abscheu ursächlich für soviel Erkenntnis aus dem brasilianischen
Tropen
wald erzeugen sollte. Es ist in der Tat kein Reisebericht im eigentlichen Sinne und doch ist es einer, der eine Forschungsreise verlebendigt durch die nun hier veröffentlichen Gedanken, Gedanken die geprägt von der Ambivalenz Mensch und Natur, die in den Sinneswahrnehmungen verdeutlichen, mit welchen "Schmutz, [mit dem] wir das Antlitz der Menschheit besudelt haben" Und diese Herkunft all des Negativen, diese Verwüstung von Landstrichen, diese egoistische Beherrschung der Welt ist für ihn nur aus einer Stammeskultur entstanden: der Zivilisation.
Und um sich im Dschungel von Tatsachen und Widersprüchen, im Dschungel der natürlichen Welt und ihrer Bewohner zurechtfinden zu können, benötigt der zivilisierte Mensch Kenntnis von Mythen, von symbolischen Handreichungen. All diese Mythen, so Levi-Strauss, folgen Pattern, wie Mircea Eliade es auch festschrieb.
"
Traurige
Tropen" hat etwas untröstliches, das ursprüngliche Leben gilt nicht mehr, sie sind vom Abschiednehmen übermächtig bestimmt und ihr Zeichen ist der Tod. Zur Strecke gebracht und aufgescheucht in die Slums der Großstädte, so sieht er die Einwohner sterbender Gebiete. Rationalismus ist für ihn der Täter, der keine Gnade kennt vor den Geheimnissen dieser Welt. Eine gereizte, überreizte Zivilisation stößt vor in die letzten Bastionen der Frische der Natur und diktiert den noch notwendig letzen Abschiedsbrief.
Adresse: die ganze Menschheit. Die Welt begann ohne Menschen und wird wohl so enden. So die Fado-Melodie aus den brasilianischen Tropen, neun Kapitel wie die Struktur eines Requiems. Der Großmeister des Strukturalismus hat an alles gedacht. Und so auch das Ende, in dem er Hoffnung zulässt in der Selbstreflektion der Modernen: "Alles ist verloren, doch nichts ist verspielt. Wir können alles von vorn anfangen."
Mit Rousseau im geistigen Gepäck träumt er von einer "brüderlichen Menschheit" gegen den Verfall. Das war 1955. Sein Werk will verhindern, den letzen Stein zu setzen, um das eigene Gefängnis zu schließen. Noch heute.
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Faszinierende Mischung aus Reisebericht, Autobiografie, ethnologischem Handbuch und philosophischem Traktat
Auf der Suche nach der ursprünglichen Gesellschaft, die noch nicht durch die Zivilisation deformiert und zerstört worden ist, stieß der französische Ethnologe Claude Lévi-Strauss in den 1930er Jahren auf die Ureinwohner Brasiliens. Unter abenteuerlichen Bedingungen bereiste er die Mato-Grosso-Hochebene in Zentralbrasilien, wo er verschiedene Indianergruppen besuchte. Mit
wissenschaft
licher Gründlichkeit analysierte er ihre Lebensweisen und Gesellschaftsstrukturen. Lévi-Strauss glaubte, dass alle Gesellschaften auf einer gemeinsamen Grundlage aufbauen. Die Erforschung dieser ursprünglichen Strukturen menschlicher Gesellschaften stellte er ins Zentrum seines Schaffens und knüpfte damit an das Denken Rousseaus an. "
Traurige
Tropen
" ist eine faszinierende Mischung aus Reisebericht, Autobiografie, ethnologischem Handbuch und philosophischem Traktat. Die kurzweilige Lektüre entführt den Leser in die brasilianische Tropenwelt vom Anfang des 20. Jahrhunderts und ermöglicht einmalige Einblicke in eine heute in Vergessenheit geratene Kultur.
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stellenweise sprachlos machend
Wenn Sie noch nicht wussten, was ein Ethnograph ist: hier haben Sie die Möglichkeit, es zu erfahren. Levi-Strauss ist einerseits ein bemerkenswerter Erzähler und verknüpft andererseits geographische Orte und Besonderheiten mit den Eigenarten und den Entwicklungen der Menschen, die dort leben. Darüber gerät er von Brasilien, das das Thema ist, über Amerika nach Indien und Pakistan und lässt seine Beobachtungen frei flottierend in seinen Text einfließen, der auf der einen Seite Reisebeschreibung, auf der anderen Seite philosophisch, ethnologisch, soziologisch und was weiß ich noch alles ist. Daneben lässt der begnadete Schwadroneur noch die eigene Biografie mit einfließen und das Buch überquellen mit historischen und sonstigen Anekdoten. Er untersucht die Entwicklung und Strukturen von Märkten, Städten sowie die Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens allgemein und leitet sogar das Phänomen der Freiheit aus diesen Strukturen ab.
Erst im zweiten Teil befasst sich der Autor mit den Ureinwohnern Brasiliens (daher der Titel "
Traurige
Tropen
"), deren Lebensweise und Kultur er bis ins Kleinste aufdröselt und analysiert, ohne dass das einen Moment langweilig wird. Levi-Strauss schreibt aus eigener Erfahrung, da er selbst lange bei den Indianern im Dschungel gelebt hat und weiß das ganze zu einer häufig faszinierenden Melange aus Persönlichem und
Wissenschaft
lichen zu verknüpfen, die häufig auch in poetischer Sprache und gelegentlich in endlosen Satzkonstellationen daher kommt.
Ein Buch, das man genießen kann, wenn man stellenweise etwas langen Atem mitbringt. Die Studie stammt zwar aus den 30er Jahren, hat aber, was ihre kulturhistorische Bedeutung anbelangt, keinen Deut an Aktualität eingebüßt.
Angesichts der kultur- und am Ende auch noch religionsvergleichenden Substanz dieses Werks bleibt man ob der umfassenden Bildung des Autors manchmal sprachlos. Das Buch ist ungeheuer intellektuell, ohne es den Leser auch nur eine Sekunde merken zu lassen. Da vergibt man dem Autor auch gelegentliche Abirrungen in abstruse Rousseau-Schwärmereien und ähnliches. Eher kritisch sehen muss man natürlich an einige Stellen die Verklärung des Rückständigen, etwa wenn Levi-Strauss die Rolle der Schrift in Frage stellt, oder auch an einigen Stellen die Idealisierung des Dschungellebens als "natürlich", aber diese Kritikfähigkeit sollte man bei einem Leser eines solchen Werks voraussetzen.
Ich hatte als soziologisch Vorgeschädigter angesichts des Titels das übliche Gejammer über das Verschwinden der "ursprünglichen" Kulturen in den brasilianischen Regenwäldern erwartet. Herausgekommen ist wohl angesichts der differenzierten und ungeheuer umfassenden wissenschaftlichen Analyse, die weit über das eigentliche Thema hinausgeht, eines der klügsten Bücher des 20. Jahrhunderts, dem der Titel angesichts der allumfassenden ethnographischen, sozialen und kulturellen Analysen in keinster Weise gerecht wird. Die weitsichtigsten Teile des Bandes sind häufig sogar die, die sich gar nicht mit den "Indianern" befassen.
Unterm Strich ist Levi-Strauß hier eine Verbindung aus wissenschaftlicher Reflektion und Unterhaltung gelungen, die in der Literatur ihresgleichen sucht.
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Zurück zur Natur! In die heile Welt der Guten Wilden Brasiliens!
Können moderne, aufgeklärte Menschen, die scheinbar für alles, was in der Natur vorgeht, eine Erklärung parat haben, auch wenn diese noch so banal ist, die ihr Leben in einer fremdbestimmten Zivilisationsform in der Einförmigkeit eines irgendwie lebbaren Alltags eingeordnet haben, von einem solchen Buch profitieren? Einem Buch, dass den guten Wilden sozusagen demütig beschreibt und insgeheim damit preist, denjenigen, der aufgrund der ihn überwälzenden modernen Zivilisation dem Untergang schon gewidmet ist? Jedenfalls war diese Buch und all die Forschungen Claude Lévi-Strauss' über die Naturvölker Brasiliens für die 60er Jahre und mithin für die 68er Bewegung ein wichtiger Hinweis für die Tatsache, dass der verfügbare, verführbare Mensch durch Aufklärung und Humanismus, durch festgeschriebene Menschenrechte allein nicht einfach nur gut wird. Lévi-Strauss zeigte in diesem Buch, dass Naturvölker vielleicht gesünder und zufriedener leben, trotz ihrer Einfachheit in Lebensführung und Alltag, trotz ihres Glaubens an Naturdämonen und -götter; einfach aus ihrem eigenen, viel natürlicheren Verständnis und Perspektive auf sich selbst und die Natur. Dass wir sie mit unseren Brillen aus
Wissenschaft
, aus Fortschrittsgeist und ständig sich selbst überrundender Modernität einfach immer nur falsch sehen, auf falscher Grundlage und aus falscher Perspektive. Nämlich aus unseren eigenen, verkürzten Ansichten und Wissenschaftsmeinungen über uns und sie. So wurde das Buch von Claude Lévi-Strauss Initialie zum Siegeszug von Bewegungen wie Ökologie und Naturschutz. Ein Buch, das auch heute nichts, aber auch gar nichts an seiner Aktualität verloren hat. Man denke nur an Hurricans, an Unwetter in allen Teilen der Welt, an schmelzende Polkappen, an Verschmutzung, an Überbevölkerung usf. Also ein hoch aktuelles Buch in seiner tiefgehenden Wahrheitssuche.
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