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Habseligkeiten: Roman
Richard Wagner

Aufbau Taschenbuch, 2006 - 281 Seiten

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Er kennt die Strecke in- und auswendig: von Süddeutschland ins rumänische Banat und zurück, diesmal zur Beerdigung des Vaters. Ich-Erzähler Werner Zillich ist schon vor Jahren nach Deutschland gegangen, aber die alte Heimat hält ihn noch fest, auch wenn von seiner verzweigten Familie nur noch die alte Mutter dort lebt. Die lange Autofahrt zurück nach Deutschland wird für ihn und den Leser zu einer Reise in die Vergangenheit -- Zillich erzählt die bunte, aber auch tragische Geschichte seiner Familie: Die Auswanderung der Urgroßeltern in die USA -- sie kehrten nach zehn Jahren desillusioniert ins Banat zurück --, die qualvollen Jahre seines Vaters in russischer Kriegsgefangenschaft. Und schließlich die erfolgreichen Bemühungen von Diktator Ceausescu, die Deutschen -- im 18. Jahrhundert von Maria Theresia in dieser nach der Türkenherrschaft verödeten Region angesiedelt -- zu unterdrücken und aus dem Land zu treiben.

Ob das nun alles autobiografisch ist? Richard Wagner kennt jedenfalls sehr genau, wovon er erzählt. Verließ er doch 1987 mit seiner damaligen Frau Herta Müller Rumänien und schreibt seitdem über beide Welten. Denn das ist auch das Los der Hauptfigur dieses beeindruckenden Familienromans: seine doppelte Heimatlosigkeit. Von der alten, verlorenen Heimat nicht lassen können, und zugleich im Westen nie ganz angekommen zu sein. Das ist der zweite Handlungsstrang von Habseligkeiten, der geschickt mit der Familiengeschichte verknüpft ist: Werner Zillichs Westexistenz, das Scheitern seiner Ehe, die Entfremdung der Tochter, die berufliche Stagnation. Und doch wartet am Schluss ein überraschendes Happy End: Auf der Rückreise verliebt er sich in Budapest in die Prostituierte Clara, nimmt sie mit, heiratet sie sogar. „Ez az élet“ -- „Das ist das Leben“, lernt Zillich auf Ungarisch.

Was diesen Roman aber zu einem besonderen macht, ist doch in erster Linie das Familienepos, in dem Richard Wagner berührend aber unpathetisch eine untergegangene Welt literarisch auferstehen lässt und den Mikrokosmos dieser deutschsprachigen Enklave in Osteuropa in einem imposanten Erzählpanorama einfängt. --Christian Stahl


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Ein muss für jeden Banaterschwaben..und nicht nur

Ich bin begeistert. Das hat so gut getan es zu lesen was man fühlt, was man lebt...

Richard Wagner kann es. Es sind die Details, den subtilen Humor, die Klugheit.

Wenn man dazu noch auch ein Banaterschwabe ist, dann ist die Mischung perfekt. Man lässt das Buch nicht mehr aus der Hand, man erkennt sich oder die eigene Familie auf jeder Seite.








Buch

Sehr günstig.Sehr gute Qualität. Ich bin ein sehr zufriedener Amazon-Kunde seit vielen Jahren und ich wurde nie entäuscht.Preise und Versand sind perfekt.


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Ein Roman im besten Sinne

Ein großartiger Roman, der mit Rückblenden eine Familiengeschichte der Banater Schwaben über drei Generationen erzählt. Ich habe selten die ersten hundert Seiten eines Romans nochmal gelesen, hier tat ich dies mit Genuss. Der Roman ist hervorragend geschrieben, spannend, erschütternd, kein Detail ist überflüssig. Besonders beeindruckend ist die positive Grundstimmung des Autors, der leicht ironische Ton, der auch selbstironisch, doch niemals verletzend oder vernichtend ist, auch nicht selbstvernichtend. Im Gegenteil zeigt der Autor viel Respekt vor den Personen der Vergangenheit, aber auch für Personen der Gegenwart (ausgerechnet Zuhälter und eine Prostituierte sorgen für ein unerwartetes "happy end"). Bewegend ist die Schilderung der fünfjährigen Zwangsarbeit des Vaters, dessen Tod Ausgangspunkt und Fixpunkt dieses Romans ist. Wer nicht blind ist vor dem Schicksal derjenigen Deutschen, die nicht das Glück hatten, ihre Heimat nach 1945 innerhalb der Grenzen der Bundesrepublik zu haben, kann von diesem Roman nur begeistert sein, der sehr viel mehr ist als ein Heimatroman, da er auch aktuelle Debatten wie etwas den Vaterentzug durch Sorgerechtsentscheidungen nicht ausspart. Es wäre sehr zu wünschen, dass mehr Leser diesen spannenden Roman entdecken, der sehr gut, aber niemals gekünstelt geschrieben und von daher leicht und mit Genuss zu lesen ist.


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Ulm - Banat - Seychellen: eine europäische Auswanderergeschichte

Ein Mann pendelt regelmäßig zwischen seiner fremdgewordenen "alten Heimat" im rumänischen Banat und der neuen, fremdgebliebenen Heimat in Deutschland hin und her um die Verbindung zu seinen Eltern aufrechtzuerhalten.

Vor kurzem ist sein Vater gestorben und er hat seine Mutter zu dessen Beerdigung begleitet. Auf der langen Autofahrt zurück nach Deutschland holt ihn die Erinnerung an seine Familie ein, eine Familiengeschichte, die auf das Engste mit der Geschichte der sog. "Banater Schwaben" und den Wirren und Umwälzungen verbunden ist, die diese Menschen seit der Auswanderung aus dem Ulm des frühen achtzehnten Jahrhunderts geprägt haben: die Not der ersten Generationen der "Neusiedler", der Aufbau einer neuen Existenz in der Fremde, die Weltkriege, der Nationalsozialismus, der Kommunismus, das Ceausescu-Regimes und dessen blutiges Ende und die neue Zeit der grenzen- und gelegentlich gesetzlosen Freiheit.

Vor diesem Hintergrund erinnert er sich an die vielen großen und kleinen Erfolge und Schicksalsschläge, die das Leben seiner Familie bestimmt haben: Die Auswanderung der Urgroßeltern in die USA, die nach zehn Jahren wieder im Banat endet, die russische Kriegsgefangenschaft des Vaters, die Enteignungen, die nie überwundene Fremdheit gegenüber den Rumänen.

In seine Reflektionen bricht die Realität des Jahres 1999, zehn Jahre nach der Revolution: Seine Arbeit als Bauleiter in Deutschland, bei der Bestechung und Schlendrian ebenso allgegenwärtig scheinen, wie im verhassten kommunistischen Rumänien, seine geschiedene Ehe, die Entfremdung von der Tochter.

In dieser Situation lernt er die ungarische Prostituierte Clara und deren "Beschützer" kennen, die - immer auf der Suche nach dem schnellen Geld - die neue Zeit repräsentieren. Doch mit Clara nimmt sein Leben eine gewisse unerwartete (um nicht zu sagen: unglaubwürdige) Wendung, die herrlich pointiert in einen Sonnenuntergang auf den Seychellen mündet!

Wagners Roman entwirft ein bilderreiches Kaleidoskop vom Leben der Familie Zillich über die verschiedenen Generationen. Er beschreibt dies plastisch und spannend mit viel Atmosphäre und hohem Tempo. Zwischendurch gerät die Erinnerung gelegentlich etwas überladen, zu viele Personen tauchen in zu kurzen Sätzen auf, um unmittelbar wieder zu verschwinden; insgesamt handelt es sich in diesen Passagen aber um ein überdurchschnittlich gut geschriebenes Buch, das ich einen unsentimentalen, einen "kitschfreien Heimatroman" nennen möchte. Der aktuelle Handlungsstrang um die Situation des Erzählers Werner Zillich kann dieses Niveau aufgrund gewisser "Glaubwürdigkeitsschwächen" nach meiner Einschätzung nicht immer ganz halten.

In der Gesamtsicht überwiegen für mich die geschilderten positiven Eindrücke klar gegenüber den wenigen Einschränkungen, so dass ich hier durchaus vier Sterne vergeben und guten Gewissens eine Leseempfehlung aussprechen kann.



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Familienchronik

Der Roman erzählt die Geschichte der Familie Zillich, die beispielgebend für die Familiengeschichten von Donauschwaben bzw. Banatdeutsche vorgestellt wird. So wird über die Zillichs berichtet, die unter größten Entbehrungen ihre deutsche Heimat in primitiven Booten verließen, um Siedlungsland im heutigen Rumänien zu finden und dort der Sumpflandschaft abzutrotzen. Es wird von den folgenreichen politischen Umstürzen berichtet, die diese Familien mit Tod, Kriegsgefangenschaft, Konzentrationslager, Gulag oder Securitatehaft bedrohten. Der Roman endet in der Jetztzeit im Goldenen Westen". Man hat den Eindruck, der Autor möchte uns sagen, dass Wohlstand und Sicherheit niemals durch ehrliche Arbeit und Fleiß zu erreichen sind, sondern nur durch das Glück in günstigen gesellschaftlichen Verhältnissen zu stehen.
Der Roman ist spannend und berührend, dazu in wirklich schöner Sprache geschrieben. Unbedingt lesenswert.



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Rezensionen: Seite 1, 2



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